Wie gewöhnt man eine Katze an den Kratzbaum? Praktischer Ratgeber
   10/22/2024 14:40:43    0 Comments
Wie gewöhnt man eine Katze an den Kratzbaum? Praktischer Ratgeber

Nicht jede Katze versteht sofort, dass ein neuer Kratzbaum speziell für sie aufgestellt wurde. Manche Katzen benutzen ihn bereits nach wenigen Minuten, andere untersuchen ihn zunächst gründlich und wieder andere bevorzugen noch einige Tage lang das Sofa oder einen Sessel. Das bedeutet nicht, dass die Katze „keine Kratzbäume mag“. Meist kommt es darauf an, die richtige Konstruktion zu wählen, sie am richtigen Ort aufzustellen und die Katze auf geeignete Weise dafür zu interessieren.

Kratzen gehört zum natürlichen Verhalten der Katze. Ziel sollte daher nicht sein, ihr das Kratzen abzugewöhnen, sondern dieses Verhalten auf eine geeignete Oberfläche zu lenken. Ein gut ausgewählter Kratzbaum für Katzen kann gleichzeitig zum Kratzen, Strecken, Klettern, Beobachten, Spielen und Ausruhen genutzt werden.

Warum kratzen Katzen?

Eine Katze kratzt Möbel nicht, um ihren Besitzer zu ärgern. Das Kratzen erfüllt mehrere natürliche Funktionen. Es hilft dabei, abgenutzte äußere Schichten der Krallen zu entfernen, ermöglicht das Strecken von Rücken und Gliedmaßen und dient außerdem zur Markierung der Umgebung. Dabei hinterlässt die Katze sowohl sichtbare Spuren als auch Duftsignale.

Deshalb sollte dieses Verhalten nicht durch Strafen unterdrückt werden. Viel wirkungsvoller ist es, der Katze eine Oberfläche anzubieten, die angenehmer und attraktiver ist als Sofa, Teppich oder Türrahmen.

Beginnen Sie mit dem richtigen Kratzbaum

Wenn eine Katze ihren Kratzbaum konsequent ignoriert, muss das Problem nicht im Verhalten des Tieres liegen. Manchmal entspricht die Konstruktion einfach nicht ihren Bedürfnissen.

Besonders wichtig ist die Stabilität. Bewegt oder wackelt der Kratzbaum bereits bei stärkerem Anlehnen, kann die Katze schnell das Vertrauen in ihn verlieren. Auch die Länge der Kratzfläche spielt eine Rolle. Viele Katzen möchten beim Kratzen die Vorderbeine und den gesamten Körper vollständig strecken.

Auch das Material ist wichtig. Sisalseil wird von vielen Katzen gerne angenommen, andere bevorzugen Sisalmatten oder horizontale Kratzflächen. Weitere Informationen über Aufbau, Haltbarkeit und Qualität finden Sie in unserem Ratgeber: Woran erkennt man einen wirklich guten Kratzbaum?

Stellen Sie den Kratzbaum dort auf, wo die Katze ihn braucht

Ein häufiger Fehler besteht darin, den Kratzbaum dort aufzustellen, wo er für den Menschen praktisch ist, die Katze sich aber kaum aufhält. Selbst ein hochwertiger Kratzbaum in einem abgelegenen Raum kann gegen die Sofaecke im Mittelpunkt des Familienlebens verlieren.

Geeignet sind Plätze, an denen die Katze bereits kratzt, häufig vorbeikommt oder gerne ruht. Viele Katzen kratzen unmittelbar nach dem Aufwachen. Daher kann eine Kratzfläche in der Nähe des bevorzugten Schlafplatzes besonders attraktiv sein.

Kratzt die Katze eine bestimmte Sofaecke, sollte der Kratzbaum zunächst direkt daneben aufgestellt werden. Sobald die neue Fläche regelmäßig genutzt wird, kann man die Konstruktion bei Bedarf schrittweise an einen anderen Platz verschieben.

Motivieren statt zwingen

Nehmen Sie nicht die Pfoten der Katze und führen Sie damit Kratzbewegungen am Stamm aus. Viele Katzen empfinden solchen körperlichen Zwang als unangenehm. Dadurch kann eine negative Verbindung mit dem neuen Kratzbaum entstehen.

Besser ist es, Neugier und Spieltrieb zu nutzen. Bewegen Sie beispielsweise eine Spielangel rund um Bodenplatte, Säulen und Liegeflächen. So nähert sich die Katze freiwillig, klettert auf die Konstruktion und berührt die Kratzflächen mit ihren Krallen. Manchmal reicht bereits ein zufälliger erster Kratzvorgang, damit die Katze die Funktion der Oberfläche entdeckt.

Hilft Katzenminze?

Katzenminze kann helfen, wirkt jedoch nicht bei jeder Katze. Reagiert Ihr Tier positiv darauf, kann eine kleine Menge in der Nähe der Kratzfläche das Interesse erhöhen. Sie sollte jedoch lediglich als zusätzliche Hilfe und nicht als Grundlage des Trainings betrachtet werden.

Ähnlich können ein Lieblingsspielzeug oder ein kleiner Leckerbissen auf einer Liegefläche genutzt werden. Entscheidend ist, positive Erfahrungen mit dem neuen Ort zu schaffen.

Belohnen Sie das gewünschte Verhalten

Positive Verstärkung funktioniert besonders gut, wenn die Belohnung unmittelbar auf das gewünschte Verhalten folgt. Nähert sich die Katze freiwillig dem Kratzbaum, klettert darauf oder beginnt zu kratzen, können Sie sie ruhig loben, kurz mit ihr spielen oder einen kleinen Leckerbissen geben.

Nicht jede Katze benötigt Futter als Belohnung. Für manche Tiere sind Spiel, Streicheleinheiten oder die Aufmerksamkeit ihres Menschen wertvoller.

Was tun, wenn die Katze weiterhin Möbel zerkratzt?

Schreien oder das Besprühen mit Wasser ist keine gute Lösung. Die Katze lernt möglicherweise nur, den Gegenstand nicht in Anwesenheit des Menschen zu kratzen. Ihr natürliches Bedürfnis bleibt jedoch bestehen.

Stellen Sie stattdessen eine geeignete Kratzfläche direkt neben das bevorzugte Möbelstück und machen Sie die bisherige Stelle vorübergehend weniger attraktiv. Entscheidet sich die Katze für den Kratzbaum, sollte sie dafür belohnt werden.

Ignoriert sie den Kratzbaum weiterhin, überprüfen Sie:

  • ob die Konstruktion ausreichend stabil ist,
  • ob die Kratzfläche lang genug ist,
  • ob der Standort geeignet ist,
  • ob die Katze lieber vertikal, horizontal oder schräg kratzt,
  • ob das Material ihren Vorlieben entspricht.

Kätzchen und erwachsene Katzen

Kätzchen erkunden neue Gegenstände meist sehr schnell und integrieren einen Kratzbaum leicht in ihr tägliches Spiel. Von Anfang an sollte er daher in einem aktiven Bereich stehen und durch gemeinsames Spielen interessant gemacht werden.

Auch erwachsene Katzen können ihre Gewohnheiten problemlos ändern, benötigen jedoch manchmal mehr Zeit. Hat eine Katze mehrere Jahre lang denselben Sessel benutzt, kann man nicht erwarten, dass dieses Verhalten unmittelbar nach dem Aufstellen eines neuen Kratzbaums verschwindet.

In einem Mehrkatzenhaushalt kann ein Kratzplatz zu wenig sein

Verschiedene Katzen können unterschiedliche Vorlieben haben. Eine bevorzugt eine hohe Säule, eine andere eine Matte und eine dritte möchte nach dem Aufwachen an einem ganz anderen Ort im Haus kratzen.

Eine größere Konstruktion mit mehreren Säulen und Ebenen bietet viele Möglichkeiten. In größeren Wohnungen oder Häusern empfiehlt es sich dennoch, Kratzflächen an mehreren wichtigen Stellen bereitzustellen.

Schritt für Schritt zum Kratzbaum

  1. Wählen Sie eine stabile Konstruktion, die zur Größe und zum Kratzverhalten der Katze passt.
  2. Stellen Sie sie dort auf, wo sich die Katze tatsächlich aufhält oder bereits kratzt.
  3. Wecken Sie das Interesse durch Spielen und nicht durch Zwang.
  4. Belohnen Sie jede freiwillige Nutzung des Kratzbaums.
  5. Beobachten Sie Ihre Katze und verändern Sie bei Bedarf Standort oder Art der Kratzfläche.

Ein guter Kratzbaum erleichtert die Gewöhnung

Eine Katze an den Kratzbaum zu gewöhnen erfordert in der Regel keine komplizierten Methoden. Entscheidend ist, dass die Konstruktion stabil, bequem, gut erreichbar und für das natürliche Verhalten der Katze attraktiv ist.

Wenn Sie noch nach einer geeigneten Konstruktion suchen, sehen Sie sich unsere Kratzbäume für Katzen an und vergleichen Sie unterschiedliche Größen, Bauformen und Montagemöglichkeiten. Ein passend ausgewähltes Modell erleichtert es erheblich, das natürliche Kratzverhalten an die richtige Stelle zu lenken.

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