Warum braucht eine Katze einen Kratzbaum? Es geht um weit mehr als nur das Schärfen der Krallen
Viele Katzenhalter glauben, dass ein Kratzbaum ausschließlich zum Schärfen der Krallen dient. Das ist einer der häufigsten Irrtümer. Tatsächlich ist Krallenwetzen ein natürliches und angeborenes Verhalten jeder Katze, das sich nicht unterdrücken lässt. Man kann ihr lediglich einen geeigneten Platz dafür bieten.
Hat eine Katze keinen passenden Kratzbaum, sucht sie sich schnell eine Alternative. Meist sind das Sofas, Möbel, Teppiche, Türrahmen oder Tapeten.
Warum kratzen Katzen?
Das Kratzen erfüllt gleich mehrere wichtige Funktionen.
1. Krallenpflege
Beim Kratzen entfernt die Katze die abgestorbene äußere Hornschicht ihrer Krallen. Dadurch bleiben die Krallen gesund, kräftig und scharf.
2. Den ganzen Körper strecken
Dies ist einer der wichtigsten Gründe, warum Katzen einen Kratzbaum benötigen.
Beim Kratzen streckt die Katze ihre Wirbelsäule, Schultern und Beinmuskulatur. Deshalb ist die Länge der Kratzsäule von entscheidender Bedeutung.
3. Das Revier markieren
Zwischen den Ballen der Pfoten befinden sich Duftdrüsen. Beim Kratzen hinterlässt die Katze nicht nur sichtbare Kratzspuren, sondern auch ihren individuellen Geruch.
Dadurch markiert sie ihr Revier und fühlt sich in ihrer Umgebung sicher.
Für eine Wohnungskatze ist die gesamte Wohnung ihr Revier.
Warum sollte ein Kratzbaum vom ersten Tag an vorhanden sein?
Idealerweise lernen Kätzchen bereits beim Züchter, einen Kratzbaum zu benutzen.
Zieht die Katze in ihr neues Zuhause ein, sollte der Kratzbaum bereits auf sie warten.
Gerade die ersten Wochen prägen das spätere Verhalten entscheidend.
Lernt eine junge Katze von Anfang an, wo sie kratzen darf, wird sie Möbel später deutlich seltener beschädigen.
Gewöhnt sie sich hingegen über Wochen oder Monate daran, Sofa, Türrahmen oder andere Möbelstücke zu zerkratzen, bleibt dieses Verhalten oft bestehen. Selbst nach dem Kauf eines Kratzbaums kehren viele Katzen immer wieder zu den bereits markierten Stellen zurück.
Kann man einer Katze das Kratzen an Möbeln abgewöhnen?
Das ist möglich, aber oft sehr schwierig.
Im Handel gibt es verschiedene Geruchsneutralisierer und Abwehrsprays. Sie können helfen, lösen das Problem jedoch meist nicht dauerhaft.
Entscheidend ist, der Katze einen Kratzbaum anzubieten, der attraktiver ist als die Möbel. Dazu gehören nicht nur eine durchdachte Konstruktion, sondern auch der richtige Standort in der Wohnung.
Worauf sollte man beim Kauf eines Kratzbaums achten?
Aus meiner über 35-jährigen Erfahrung mit Katzen und mehr als 22 Jahren Entwicklung hochwertiger Kratzbäume weiß ich, dass vor allem drei Faktoren darüber entscheiden, ob eine Katze ihren Kratzbaum tatsächlich nutzt.
1. Ausreichend lange Kratzsäulen
Dies ist der wichtigste Punkt.
Mindestens eine Kratzsäule sollte nicht kürzer als 60 cm sein, damit sich die Katze vollständig strecken kann.
Noch besser sind Kratzsäulen mit einer Länge von etwa 70 cm.
Für große Katzenrassen wie die Maine Coon empfehle ich eine Kratzhöhe von 80 bis 100 cm.
2. Große und bequeme Liegeflächen
Eine Katze sollte nicht nur sitzen, sondern sich bequem hinlegen und vollständig ausstrecken können.
Zu kleine Liegeflächen machen selbst einen stabilen Kratzbaum oft unattraktiv.
3. Eine stabile Konstruktion
Ein hochwertiger Kratzbaum darf weder wackeln noch schwanken.
Katzen meiden instinktiv instabile Konstruktionen. Bewegt sich der Kratzbaum beim Klettern oder Kratzen, verlieren viele Katzen schnell das Interesse.
Dies gehört zu den häufigsten Gründen, warum ein neu gekaufter Kratzbaum kaum genutzt wird.
Warum ignoriert meine Katze ihren neuen Kratzbaum?
Diese Frage wird mir besonders häufig gestellt.
In den allermeisten Fällen liegt das Problem nicht an der Katze.
Die häufigsten Ursachen sind:
-
die Kratzsäule ist zu kurz,
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der Kratzbaum ist nicht ausreichend stabil,
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die Liegeflächen sind zu klein,
-
der Kratzbaum steht an einem ungeeigneten Platz.
Nach meiner Erfahrung erfüllen viele Kratzbäume auf dem Markt mindestens einen dieser grundlegenden Punkte nicht.
Fazit
Ein Kratzbaum ist kein Luxus und kein gewöhnliches Katzenzubehör. Er gehört zur Grundausstattung jedes Katzenhaushalts.
Er ermöglicht der Katze, ihrem natürlichen Bedürfnis nach Kratzen, Strecken und Reviermarkierung nachzugehen. Gleichzeitig schützt er Möbel vor Beschädigungen und hilft der Katze, von Anfang an die richtigen Gewohnheiten zu entwickeln.
Achten Sie beim Kauf eines Kratzbaums besonders auf die Länge der Kratzsäulen, ausreichend große Liegeflächen sowie eine stabile Konstruktion. Diese drei Eigenschaften entscheiden maßgeblich darüber, ob Ihre Katze den Kratzbaum über viele Jahre hinweg gerne nutzen wird.