Woran erkennt man einen wirklich guten Kratzbaum? Ein umfassender Ratgeber vom Hersteller
Autor: Leszek Zamarlik
Seit mehr als 22 Jahren beschäftige ich mich mit der Entwicklung und Herstellung von Kratzbäumen. Katzen begleiten mich sogar noch länger - seit etwa 35 Jahren. In dieser Zeit konnte ich nicht nur ihr Verhalten beobachten, sondern auch die Art und Weise, wie sie unterschiedliche Konstruktionen nutzen.
Ich habe Kratzbäume gesehen, die auch nach vielen Jahren Nutzung stabil waren und ihre Aufgabe problemlos erfüllten. Ebenso begegneten mir Konstruktionen, die auf Produktfotos sehr eindrucksvoll aussahen, aber bereits nach wenigen Wochen zu wackeln begannen, sich lockerten oder beschädigt wurden.
Dieser Ratgeber ist nicht entstanden, um ein bestimmtes Kratzbaummodell zu bewerben. Er ist auch kein Herstellerranking und kein Vergleich der Angebote einzelner Unternehmen.
Ich möchte vor allem zeigen, woraus ein wirklich guter Kratzbaum besteht, welche Bauteile den größten Einfluss auf seine Haltbarkeit und Sicherheit haben und was man vor dem Kauf oder unmittelbar nach Erhalt des Produkts selbst überprüfen kann.
Auf den ersten Blick sehen viele Kratzbäume ähnlich aus. Man erkennt mit Sisalseil umwickelte Säulen, eine Bodenplatte, Liegeflächen, ein Katzenhaus und Liegeplätze. Daher ist oft schwer zu verstehen, warum eine Konstruktion einige Hundert Zloty kostet, während eine scheinbar sehr ähnliche zwei- oder dreimal so teuer ist.
Die wichtigsten Unterschiede befinden sich häufig an Stellen, die auf einem Produktfoto praktisch nicht sichtbar sind. Dazu gehören unter anderem der Aufbau der Säulen, die Wandstärke der Rohre, die Qualität des Seils, die Ausführung der Verbindungen, die für Liegeflächen verwendeten Materialien und die Anordnung der gesamten Konstruktion.
Außerdem sollte man bedenken, dass ein Kratzbaum kein gewöhnliches Möbelstück ist, auf dem eine Katze nur ruhig ruht. Sie springt mit Schwung darauf, stößt sich von den Säulen ab, klettert, streckt sich mit ihrem gesamten Körpergewicht und ändert abrupt die Bewegungsrichtung. Nutzen mehrere Katzen die Konstruktion, steigen die Belastungen zusätzlich.
Ein Kratzbaum sollte daher nicht ausschließlich anhand seiner Höhe, der Anzahl der Liegeplätze, des Säulendurchmessers oder seines attraktiven Aussehens beurteilt werden. Entscheidend ist die gesamte Konstruktion und die Art, wie alle Bauteile zusammenwirken.
In den folgenden Abschnitten erkläre ich, worauf man achten sollte, welche Fragen man dem Verkäufer stellen kann und welche Details Anlass zur Vorsicht geben sollten.
1. Wie ist eine professionelle Kratzsäule aufgebaut?
Eine Säule kann wie eines der einfachsten Bauteile eines Kratzbaums wirken. Von außen sieht man gewöhnlich ein rundes Rohr, das mit Sisalseil umwickelt ist. Deshalb achten viele Menschen vor allem auf den Durchmesser.
Tatsächlich gehört die Säule zu den wichtigsten Elementen der gesamten Konstruktion. Die Katze schlägt ihre Krallen hinein, stützt ihr Körpergewicht darauf ab, klettert und streckt sich und stößt sich beim Spielen oft mit erheblicher Kraft davon ab.
Die Qualität und Haltbarkeit einer Kratzsäule hängen von mehreren Faktoren ab:
- Durchmesser und Qualität des Sisalseils;
- Art der Faserdrehung;
- Genauigkeit und Spannung beim Aufwickeln;
- Dicke und Qualität des inneren Rohrs;
- Aufbau der Säulenenden;
- Art der Einbettung der Befestigungselemente;
- Größe der verwendeten Mutter.
Erst das Zusammenspiel all dieser Merkmale ergibt eine Säule, die einer intensiven, jahrelangen Nutzung standhält.
Sisalseil - der Durchmesser ist wirklich wichtig
Das Sisalseil ist der Teil der Säule, der unmittelbar mit den Krallen der Katze in Kontakt kommt. Es verschleißt beim Kratzen, deshalb haben seine Eigenschaften einen sehr großen Einfluss auf die Haltbarkeit des gesamten Elements.
Einer der grundlegenden Parameter ist der Seildurchmesser. Er gehört zugleich zu den wenigen Merkmalen, die der Kunde relativ leicht sehen und vergleichen und nach Erhalt des Produkts sogar selbst messen kann.
Grundsätzlich enthält ein dickeres Seil mehr Material, sodass die Katze länger benötigt, um es abzunutzen. Der Durchmesser ist jedoch nicht der einzige Parameter, der die Haltbarkeit des Sisals bestimmt.
Bei der Beurteilung des Seils sollte man auf Folgendes achten:
- seinen tatsächlichen Durchmesser;
- gleichmäßige Stärke über die gesamte Länge;
- Festigkeit und Kompaktheit der Drehung;
- Anzahl kurzer, abstehender Fasern;
- präzise Ausführung der einzelnen Stränge.
In unseren Konstruktionen verwenden wir viersträngiges Seil. Vier einzelne Stränge werden zu einem kompakten Seil verdreht, das beim Aufwickeln und bei der späteren Nutzung seine Form gut behält.
Die Bezeichnung „natürlicher Sisal“ sagt allein daher noch wenig aus. Entscheidend sind sowohl die verwendete Materialmenge als auch die Qualität der Fasern und die Herstellung des gesamten Seils.
Art des Aufwickelns
Selbst ein dickes, hochwertiges Seil bietet keine ausreichende Haltbarkeit, wenn es zu locker oder ungleichmäßig aufgewickelt wurde.
Jede Windung sollte sehr dicht an der nächsten anliegen. Zwischen den Windungen dürfen keine sichtbaren Spalten bleiben, weil die Krallen der Katze diese nach und nach vergrößern. Mit der Zeit beginnt sich das Seil zu verschieben, auseinanderzuschieben oder von der Säulenoberfläche abzuheben.
Ebenso wichtig ist eine gleichmäßige Seilspannung. Sie sollte über die gesamte Länge der Säule - von der ersten bis zur letzten Windung - erhalten bleiben.
In der professionellen Fertigung werden Säulen mit Spezialmaschinen umwickelt. Dadurch lässt sich die richtige Seilspannung halten und jede neue Windung sehr fest an die vorherige pressen.
So entsteht eine kompakte, gleichmäßige Oberfläche, die sich während der Nutzung nicht verschiebt.
Bei einer fertigen Säule sollte geprüft werden, ob:
- die Windungen gleichmäßig und dicht liegen;
- keine deutlichen Spalten vorhanden sind;
- sich das Seil unter Druck mit der Hand nicht verschiebt;
- die Spannung über die gesamte Länge ähnlich ist;
- die Enden dauerhaft gesichert wurden.
Ein Teil dieser Merkmale lässt sich bereits auf guten Produktfotos erkennen. Ungleichmäßige Windungen, deutliche Lücken oder örtlich gelockertes Seil sollten nicht ignoriert werden.
Was befindet sich unter dem Seil?
Unter dem Sisalseil liegt der eigentliche Säulenkörper, meistens ein mehrlagiges Papierrohr. Umgangssprachlich wird es oft als Papprohr bezeichnet, es darf jedoch nicht mit einer gewöhnlichen dünnen Kartonrolle verglichen werden.
Ein gutes Rohr entsteht aus mehreren Papierlagen, die unter hoher Spannung aufgewickelt und miteinander verklebt werden. Seine Festigkeit hängt von mehreren Faktoren ab:
- Wandstärke;
- Qualität des verwendeten Papiers;
- Qualität des Klebstoffs zwischen den Lagen;
- Genauigkeit und Spannung beim Wickelprozess.
Ein fachgerecht gefertigtes Rohr sollte eine kompakte, nahezu einheitliche Struktur bilden. Im Querschnitt dürfen keine sichtbaren Hohlräume, losen Lagen oder Stellen vorhanden sein, an denen sich das Papier leicht trennt.
Der Kunde kann natürlich weder die verwendete Papiersorte noch die Eigenschaften des Klebstoffs oder die Präzision des Produktionsprozesses beurteilen. Das Endergebnis lässt sich jedoch überprüfen.
Die Wandstärke lässt sich am einfachsten kontrollieren
Der grundlegende Parameter, der sichtbar und messbar ist, ist die Wandstärke des Rohrs.
Bei den von uns hergestellten Säulen verwenden wir Rohre mit einer Wandstärke von mindestens 10 mm. Sie bieten ausreichende Steifigkeit und ermöglichen zugleich eine solide Befestigung der Säulenenden.
Wenn sich nach Erhalt des Kratzbaums zeigt, dass die Rohrwand nur 2-3 mm dick ist, halte ich sie für deutlich zu dünn - besonders bei einer hohen oder intensiv genutzten Konstruktion.
Ein derart dünnes Rohr kann eingedrückt werden, sich aufspalten oder brechen. Vor allem bietet es den Säulenenden keine ausreichend feste Abstützung. Lockern sich diese oder werden sie herausgerissen, kann der gesamte Kratzbaum seine Stabilität verlieren.
In einem solchen Fall würde ich vor der Montage überlegen, ob das Produkt überhaupt verwendet werden sollte. Bei einer großen oder hohen Konstruktion geht es nicht mehr nur um Haltbarkeit, sondern auch um die Sicherheit der Katze.
Was kann nach Erhalt des Kratzbaums überprüft werden?
Vor der Montage lohnt es sich, die Säulen von den Enden aus zu betrachten. Dabei kann man Folgendes prüfen:
- die tatsächliche Wandstärke;
- die Kompaktheit des Querschnitts;
- sichtbare Spalten zwischen den Lagen;
- Aufspaltungen und bröckelndes Material;
- die Stabilität des Bauteils, das die Säule abschließt.
Ein gutes Rohr sollte steif, kompakt und gleichmäßig sein. Ist die Wand sehr dünn, lässt sie sich leicht eindrücken, spaltet sie sich auf oder sind im Querschnitt Hohlräume sichtbar, sollte dies ernsthafte Zweifel wecken.
In einer solchen Situation ist es sinnvoller, den Verkäufer zu kontaktieren, bevor das Produkt montiert und der Katze zur Nutzung überlassen wird.
Sperrholzeinsatz und M10-Mutter
An beiden Enden des Rohrs befindet sich ein Bauteil, das wir in unserer Fertigung umgangssprachlich als Einsatz oder Stopfen bezeichnen. Darin sitzt die Mutter, über die die Säule mit einer Liegefläche, der Bodenplatte oder einem weiteren Bauteil des Kratzbaums verbunden wird.
Der Einsatz ist daher nicht nur eine Endkappe. Er überträgt die Belastungen, die bei der Nutzung der gesamten Konstruktion entstehen.
In unseren aktuellen Säulen fertigen wir ihn aus etwa 4 cm starkem Mehrschicht-Sperrholz. In diesem Bauteil ist eine M10-Einschlagmutter eingesetzt.
Sperrholz nimmt Kräfte aus unterschiedlichen Richtungen gut auf. Die passende Dicke des Einsatzes ermöglicht es, die Mutter stabil einzubetten und das gesamte Bauteil fest mit dem Rohr zu verbinden.
Bei vielen günstigeren Kratzbäumen wird ein solcher Einsatz durch einen Kunststoffflansch ersetzt, der in das Rohr gedrückt oder eingeschlagen wird. Darin befindet sich gewöhnlich eine M6- oder M8-Mutter.
Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung halte ich Kunststoffflansche als Säulenabschlüsse nicht für eine dauerhafte Lösung. Sie können sich lockern, reißen oder aus dem Rohr herausgerissen werden.
Die Flansche werden meist verklebt und zusätzlich mit Klammern befestigt, die durch die Rohrwand gehen. Ist die Wand sehr dünn, haben die Klammern zu wenig Material, in dem sie sich zuverlässig verankern können. Durch die ständigen Bewegungen der Säule kann das Rohr allmählich einreißen, bis der gesamte Flansch herausgerissen wird.
Bei einem hohen Kratzbaum ist dies nicht mehr nur eine Frage der Haltbarkeit. Versagt der Abschluss einer unteren Säule, kann die gesamte Konstruktion ihre Stabilität verlieren. Besonders gefährlich ist das bei deckenhohen Kratzbäumen.
Warum verwenden wir bei großen Kratzbäumen M10-Muttern?
Ein großer Kratzbaum muss mit sehr hoher Kraft verschraubt werden. Nur dann lockern sich die Verbindungen beim Laufen, Springen und Klettern der Katzen nicht schrittweise.
Bei einem kleinen Kratzbaum aus Bodenplatte, einer kurzen Säule und einem leichten Liegeplatz kann eine kleinere Mutter ausreichen. Bei einer hohen, mehrstufigen Konstruktion sieht die Situation völlig anders aus.
M6- oder M8-Muttern und -Schrauben ermöglichen keine so hohe Anzugskraft wie M10-Bauteile. Bei sehr starkem Anziehen lässt sich das Gewinde leichter beschädigen, die Mutter zerstören oder aus dem Bauteil herausreißen, in dem sie sitzt.
Deshalb betrachte ich eine M10-Mutter bei großen Kratzbäumen als den kleinsten angemessenen Standard. Diese Einschätzung beruht nicht auf Theorie, sondern auf langjähriger Erfahrung mit Herstellung, Montage und Nutzung solcher Konstruktionen.
Eine M10-Mutter allein löst das Problem ebenfalls nicht, wenn sie in einem schwachen Kunststoffflansch oder einem dünnen Rohr sitzt. Alle Bauteile müssen zusammenwirken:
- ein dickwandiges Rohr;
- ein solider Einsatz;
- eine stabil eingesetzte M10-Mutter;
- eine entsprechend belastbare Liegefläche oder Bodenplatte.
Erst diese Kombination ermöglicht es, den Kratzbaum sehr fest zu verschrauben und die Stabilität der Verbindungen über viele Jahre zu erhalten.
Wie sollte eine Säule vor der Montage geprüft werden?
Nach Erhalt des Kratzbaums lohnt es sich, alle Säulen noch vor Beginn der Montage zu kontrollieren. Von den Enden aus lassen sich die grundlegenden Konstruktionselemente leicht beurteilen.
Zu beachten sind:
- die tatsächliche Wandstärke des Rohrs;
- die Art des verwendeten Einsatzes oder Flansches;
- die Größe der eingesetzten Mutter;
- die Stabilität des gesamten Säulenabschlusses;
- mögliche Risse, Aufspaltungen und Spiel.
Der Einsatz darf sich nicht drehen, herausziehen oder seitlich neigen. Auch die Mutter darf sich nicht unabhängig vom restlichen Säulenkörper bewegen.
Wackelt der Abschluss bereits vor der Montage, beseitigt starkes Anziehen der Schraube die Ursache nicht. Es kann das Spiel nur vorübergehend verdecken und den Ausfall des schwachen Bauteils sogar beschleunigen.
Ist das Rohr selbst sehr dünn, lässt es sich eindrücken, spaltet es sich auf oder wurde es beim Transport beschädigt, sollte es nicht in einer hohen Konstruktion montiert werden. In diesem Fall ist es sinnvoller, das Problem dem Verkäufer zu melden, bevor die Katze den Kratzbaum nutzt.
Warum reicht der Säulendurchmesser allein nicht aus?
Der Säulendurchmesser ist wichtig, sagt aber noch nichts darüber aus, wie die Säule gefertigt wurde.
Zwei Säulen mit identischem Außendurchmesser können eine völlig unterschiedliche Haltbarkeit besitzen. Die eine kann ein dickwandiges Rohr, einen Sperrholzeinsatz, eine M10-Mutter und ein dickes, korrekt unter Spannung aufgewickeltes Seil enthalten.
Die andere kann aus einem sehr dünnen Rohr, Kunststoffflanschen mit M6- oder M8-Muttern und locker aufgewickeltem Sisal bestehen.
Auf einem Foto können beide nahezu identisch aussehen.
Bei der Auswahl eines Kratzbaums sollte daher nicht nur der Säulendurchmesser geprüft werden, sondern auch:
- Durchmesser und Aufbau des Sisalseils;
- Genauigkeit der Wicklung;
- Wandstärke des Rohrs;
- Ausführung der Einsätze;
- Größe der verwendeten Muttern;
- Stabilität aller Bauteile vor der Montage.
Beschreibt ein Hersteller die Säulen lediglich als „dick und stabil“, ohne konkrete Angaben zu ihrem Aufbau zu machen, sollte man nach Details fragen.
2. Konstruktion des Kratzbaums - was entscheidet wirklich über die Stabilität?
Solide Säulen sind sehr wichtig, können die Stabilität des gesamten Kratzbaums jedoch nicht allein gewährleisten. Selbst hochwertige Bauteile lassen sich so miteinander verbinden, dass die Konstruktion beim Aufspringen der Katze schwankt, sich neigt oder auf einer Seite anhebt.
Die Stabilität eines Kratzbaums wird vor allem beeinflusst durch:
- Größe und Steifigkeit der Bodenplatte;
- Anordnung der Säulen;
- Lage des Schwerpunkts;
- Größe und Anordnung der Liegeflächen und Liegeplätze;
- Qualität der Verbindungen;
- korrektes und festes Verschrauben der Konstruktion.
Ein guter Kratzbaum sollte als zusammenhängendes System geplant werden und nicht als zufällige Kombination aus Säulen, Liegeflächen und Liegeplätzen.
Die Bodenplatte des Kratzbaums
Die Bodenplatte überträgt das Gewicht der gesamten Konstruktion auf den Fußboden. Sie sollte ausreichend groß, schwer und steif sein.
Allein ihre Abmessungen reichen jedoch nicht aus. Ebenso wichtig sind die Positionen der Säulen und der oberen Bauteile. Stehen die Säulen nahe am Rand und ragen Liegeflächen oder Liegeplätze weit auf eine Seite hinaus, kann selbst eine große Bodenplatte keine ausreichende Stabilität gewährleisten.
Die Bodenplatten unserer Konstruktionen fertigen wir aus 36 mm starkem Mehrschicht-Sperrholz. Diese Stärke sorgt für hohe Steifigkeit und begrenzt das Durchbiegen unter Belastung.
Anordnung der Säulen
Die Säulen sollten ein stabiles Stützsystem bilden und die Belastungen möglichst direkt auf die Bodenplatte übertragen.
Ein Kratzbaum, der nur auf einer vertikalen Säulenlinie aufgebaut ist, ist gegenüber seitlichen Belastungen weniger widerstandsfähig als eine Konstruktion mit mehreren gut verteilten Stützpunkten.
Das ist bei hohen Kratzbäumen besonders wichtig, weil selbst ein geringes Spiel im unteren Bereich an der Spitze deutlich stärker spürbar wird.
Schwerpunkt
Große Katzenhäuser, breite Liegeflächen und hoch angeordnete Liegeplätze haben erheblichen Einfluss auf die Stabilität eines Kratzbaums.
Je schwerer ein Bauteil ist und je höher sowie weiter vom Mittelpunkt der Bodenplatte entfernt es liegt, desto größere Kräfte wirken auf die unteren Säulen und Verbindungen. Ein hoher Kratzbaum mit kleiner Bodenplatte wird daher nicht allein durch dicke Säulen stabil.
Das Gewicht der gesamten Konstruktion sollte möglichst gleichmäßig verteilt sein.
Liegeflächen versteifen ebenfalls die Konstruktion
Liegeflächen dienen nicht nur als Sitz- oder Ruheplätze. Sie verbinden die Säulen miteinander und versteifen den gesamten Kratzbaum.
Sind sie zu dünn oder bestehen sie aus einem leicht biegsamen Material, arbeiten sie bei jeder Bewegung der Katze mit. Mit der Zeit kann dadurch Spiel an den Verbindungen entstehen.
In unseren Kratzbäumen bestehen die Liegeflächen aus 18 mm starkem Mehrschicht-Sperrholz. Es bietet die notwendige Steifigkeit, besonders wenn eine Fläche mehrere Säulen verbindet oder über den Stützpunkt hinausragt.
Ein schwerer Kratzbaum ist nicht automatisch stabil
Ein hohes Gewicht hilft, kann aber Konstruktionsfehler nicht ausgleichen.
Auch ein schwerer Kratzbaum kann schwanken, wenn seine Bodenplatte zu klein ist, die Säulen ungünstig angeordnet sind, die oberen Elemente zu weit hinausragen oder die Verbindungen Spiel haben.
Die Stabilität darf daher nicht nur anhand von Gewicht, Höhe oder Säulenanzahl beurteilt werden. Entscheidend ist die richtige Planung der gesamten Konstruktion.
Wie lässt sich die Stabilität eines Kratzbaums prüfen?
Nach der Montage sollte der Kratzbaum mit der gesamten Bodenplatte gleichmäßig auf dem Fußboden stehen. Bei leichtem Druck darf er nicht wackeln und keine Ecke der Bodenplatte darf sich anheben.
Es lohnt sich zu prüfen, ob:
- die Bodenplatte flach auf dem Fußboden aufliegt;
- die Säulen senkrecht stehen;
- sich die Liegeflächen weder drehen noch deutlich durchbiegen;
- die Konstruktion sich nicht sichtbar zu einer Seite neigt;
- bei Druck keine Bewegungen lockerer Verbindungen zu hören sind.
Eine geringe elastische Bewegung kann bei einem hohen Kratzbaum normal sein. Es dürfen jedoch kein Spiel, kein Klopfen und keine voneinander unabhängigen Bewegungen einzelner Bauteile auftreten.
Bleibt ein korrekt montierter Kratzbaum instabil, kann die Ursache im Entwurf, in einer zu kleinen Bodenplatte oder in einer ungünstigen Anordnung der Bauteile liegen.
3. Konstruktionsmaterialien und Oberflächenschutz
Bei einem guten Kratzbaum ist nicht nur die Dicke von Liegeflächen und Bodenplatte wichtig, sondern auch das Material, aus dem sie gefertigt sind.
In unseren Konstruktionen verwenden wir Mehrschicht-Sperrholz. Im Vergleich zu Spanplatte oder MDF ist es wesentlich widerstandsfähiger gegen Durchbiegen, mechanische Beschädigungen, ausbrechende Kanten und das Herausreißen von Befestigungselementen.
Das ist bei einem Kratzbaum wichtig, der ständig aus unterschiedlichen Richtungen belastet wird. Katzen springen auf die Liegeflächen, stoßen sich von ihnen ab und versetzen die gesamte Konstruktion in Bewegung. Sperrholz hält dieser Beanspruchung und auch wiederholter Montage sehr gut stand.
Spanplatte bröckelt an Bohrungen und Schraubverbindungen deutlich leichter aus. MDF besitzt zwar eine gleichmäßigere Struktur, ist jedoch ebenfalls anfällig für Kantenschäden und bietet keine so dauerhafte Befestigung wie hochwertiges Sperrholz.
Die Oberflächenbeschichtung ist von großer Bedeutung
Selbst das beste Sperrholz sollte richtig geschützt werden. Eine hochwertige Beschichtung schützt vor Schmutz, Feuchtigkeit, Abrieb und Kratzern und erleichtert zugleich die Reinigung des Kratzbaums erheblich.
Nach meinen Marktbeobachtungen werden bei den meisten erhältlichen Kratzbäumen - auch bei vielen Modellen aus Sperrholz - einfache und relativ preiswerte wasserbasierte Beschichtungssysteme verwendet. Diese werden häufig nur in wenigen Schichten aufgetragen und bieten keine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit.
Die bloße Angabe, ein Bauteil sei lackiert, sagt daher wenig über seine Haltbarkeit aus. Entscheidend sind die Qualität der verwendeten Produkte, die Vorbereitung der Oberfläche, die Anzahl der Schichten und die Art des Auftrags.
Bei unseren Kratzbäumen verwenden wir ein mehrschichtiges Spritzlackiersystem. Zunächst tragen wir zwei Schichten einer speziellen Grundierung auf, anschließend zwei Schichten eines harten Acryllacks.
Nach vollständiger Aushärtung entsteht eine feste und widerstandsfähige Oberfläche, die jahrelange Nutzung, regelmäßige Reinigung und den Kontakt mit Katzenkrallen gut verkraftet. Die von uns eingesetzten Beschichtungen sind auch für stark beanspruchte Oberflächen wie Treppen in öffentlichen Gebäuden vorgesehen.
Bei farbig gebeizten Kratzbäumen dient die Beize ausschließlich dazu, den gewünschten Holzfarbton zu erzielen. Danach durchlaufen die Bauteile genau denselben Schutzprozess: zwei Grundierungsschichten und zwei Schichten harten Acryllacks.
Dadurch erhalten sowohl naturfarbenes Sperrholz als auch gebeizte Bauteile denselben dauerhaften Schutz.
4. Größe von Liegeflächen, Liegeplätzen und Katzenhäusern
Selbst ein sehr solider Kratzbaum erfüllt seine Aufgabe nicht gut, wenn seine Liegeflächen, Liegeplätze und Katzenhäuser für die Katze zu klein sind.
Besondere Vorsicht ist bei Produkten geboten, die als „Kratzbäume für große Katzen“ oder „Kratzbäume für Maine Coons“ beworben werden. Eine entsprechende Bezeichnung im Produktnamen bedeutet noch nicht, dass die Konstruktion tatsächlich an eine große Katze angepasst wurde.
Konkrete Abmessungen prüfen
Vor dem Kauf sollten die Maße der einzelnen Bauteile genau geprüft werden und nicht nur die Gesamthöhe des Kratzbaums.
Wenn eine als für große Katzen geeignete Konstruktion Liegeflächen von 20 x 20 cm oder 30 x 30 cm besitzt, kann man diese kaum als bequeme und sichere Plätze für ein großes Tier bezeichnen.
Die Katze sollte eine Liegefläche frei betreten, sich drehen und ihren gesamten Körper sicher darauf positionieren können. Dasselbe gilt für Liegeplätze: Entscheidend ist ihre tatsächlich nutzbare Fläche und nicht nur das im Angebot angegebene Außenmaß.
Besonders geprüft werden sollten:
- die Abmessungen der Liegeflächen;
- die nutzbare Fläche der Liegeplätze;
- die Innenmaße der Katzenhäuser;
- die Größe der Eingänge;
- die Abstände zwischen den einzelnen Ebenen.
Ein guter Kratzbaum sollte einen bequemen Weg von der Bodenplatte bis zu den höchsten Ruheplätzen bieten. Zu kleine Liegeflächen oder ungünstig angeordnete Ebenen können die Bewegung erschweren, besonders bei großen, älteren oder weniger beweglichen Katzen.
Ein Katzenhaus sollte eine echte, steife Konstruktion besitzen
Bei vielen günstigen Kratzbäumen besteht das als Katzenhaus bezeichnete Element tatsächlich nur aus einem leichten, mit Polsterstoff bezogenen Gestell. Die Wände besitzen keine steife Konstruktion, und die Form wird hauptsächlich durch den gespannten Stoff gehalten.
Eine solche Lösung kann auf einem Foto attraktiv wirken, ist aber meist nur wenig widerstandsfähig gegen Druck, Verformung und intensive Nutzung. Der Stoff kann sich dehnen, das Gestell kann sich verbiegen und das gesamte Haus verliert schnell seine ursprüngliche Form.
Bei einem Kratzbaum für eine große Katze sollte das Katzenhaus stabile Wände, einen steifen Boden und eine Konstruktion besitzen, die sich unter dem Gewicht des Tieres nicht durchbiegt.
Vor dem Kauf sollte daher nicht nur die Größe des Katzenhauses, sondern auch seine Bauweise geprüft werden. Sind auf den Fotos keine steifen Wände zu erkennen und wirkt das Ganze wie Stoff, der über ein dünnes Gestell gespannt wurde, handelt es sich nicht um ein vollwertiges Konstruktionselement.
Die Bezeichnung „für große Katzen“ reicht nicht aus
Ein Kratzbaum für eine große Katze muss als Ganzes entsprechend geplant sein. Eine einzelne größere Säule oder ein großer Liegeplatz reichen nicht aus, wenn die übrigen Liegeflächen winzig sind, das Katzenhaus keine steife Konstruktion besitzt und die Durchgänge zwischen den Ebenen zu eng sind.
Auch die Säulen müssen an die Größe der Katze angepasst sein. Sie benötigen einen ausreichenden Durchmesser, um höhere Belastungen sicher zu übertragen, und eine ausreichende Länge, damit die Katze auf den Hinterbeinen stehen und sich beim Kratzen mit dem ganzen Körper strecken kann.
Die beste Beurteilungsgrundlage sind konkrete Maße und Fotos, die den tatsächlichen Aufbau der einzelnen Bauteile zeigen. Macht der Hersteller dazu keine Angaben, sollte man vor dem Kauf zusätzliche Informationen anfordern.
5. Polstermaterialien - Haltbarkeit, Verarbeitung und Waschbarkeit
Der Polsterstoff beeinflusst nicht nur das Aussehen des Kratzbaums. Ebenso wichtig sind seine Widerstandsfähigkeit gegen Fadenziehen, die Art der Befestigung und die Möglichkeit, ihn sauber zu halten.
Bei unseren Kratzbäumen verwenden wir zwei Arten der Ausführung: dauerhaft gepolsterte Bauteile sowie abnehmbare Bezüge und Kissen, die an lackiertem Sperrholz befestigt werden.
Dauerhaft gepolsterte Kratzbäume
Bei dauerhaft gepolsterten Kratzbäumen sind Liegeflächen und andere Bauteile auf beiden Seiten mit Stoff bezogen. Sämtliche Stoffverbindungen liegen verdeckt an den Kanten, sodass die Katze keinen Zugang zu Nähten, Klammern oder anderen Befestigungselementen hat.
Vor dem Polstern werden alle Kanten sorgfältig geschliffen und geglättet. Das ist wichtig, weil scharfe oder ungenau bearbeitete Kanten den Stoff von innen mit der Zeit durchscheuern könnten.
Eine fachgerecht ausgeführte Polsterung sollte daher:
- über die gesamte Fläche eng anliegen;
- keine sichtbaren Befestigungen aufweisen;
- keine für die Katze zugänglichen Nähte oder Klammern lassen;
- an den Kanten vor Durchscheuern geschützt sein.
Widerstandsfähigkeit der Stoffe gegen Fadenziehen
Alle von uns verwendeten Polstermaterialien werden vom Hersteller auf Kratz- und Fadenziehfestigkeit geprüft. In diesen Tests erhielten sie die höchste Bewertung - fünf Sterne.
Das Ergebnis eines reinen Oberflächentests reicht jedoch nicht immer aus. Eine Katze schlägt ihre Kralle tief in den Stoff und kann auch an der rückseitigen Schicht hängen bleiben.
Viele gewöhnliche Möbelstoffe besitzen auf der Rückseite eine elastische und glatte Beschichtung. Obwohl die Außenseite robust sein kann, greift die Kralle leichter in diese Unterseite und zieht Fasern an die Oberfläche.
Deshalb bestellen wir einen Teil unserer Stoffe mit einer speziellen Baumwollrückseite. Von außen können sie genauso aussehen wie Materialien aus gewöhnlichen Polstergroßhandlungen, ihre Unterseite ist jedoch besser an die Nutzung durch Katzen angepasst.
Dadurch wird der Stoff nicht vollständig gegen absichtliches Kratzen unempfindlich. Eine geeignete Rückseite verringert jedoch deutlich das Risiko herausgezogener Fasern und erhöht die Haltbarkeit der Polsterung.
Abnehmbare Bezüge, Kissen und Polsterauflagen
Bei Kratzbäumen aus lackiertem Sperrholz werden weiche Bezüge, Kissen und Polsterauflagen mit Klettverschlüssen befestigt. Sie lassen sich leicht abnehmen, waschen, trocknen und wieder anbringen.
Jedes dieser Elemente besitzt ein eingenähtes Pflegeetikett. Die empfohlene Waschtemperatur beträgt 40 °C.
Bevor ein neuer Stoff in die Produktion aufgenommen wird, durchläuft er mehrere Dutzend Wasch- und Trocknerzyklen. Im Rahmen der Tests prüfen wir ihn auch bei 60 °C. Für die tägliche Nutzung empfehlen wir jedoch die auf dem Etikett angegebene Temperatur von 40 °C.
Während der Tests kontrollieren wir unter anderem:
- Einlaufen des Materials;
- Farbechtheit;
- Erhalt der ursprünglichen Form;
- Widerstandsfähigkeit gegen Pilling;
- Aussehen der Oberfläche nach wiederholtem Waschen und Trocknen.
Nur ein Stoff, der wiederholte Wasch- und Trocknungszyklen gut übersteht, wird für die reguläre Produktion zugelassen. Dadurch können abnehmbare Textilelemente vielfach gereinigt werden, ohne schnell ihre Form, Farbe oder Gebrauchseigenschaften zu verlieren.
6. Qualitätskontrolle
Die meisten Holzelemente unserer Kratzbäume bearbeiten wir mit hoher Präzision auf CNC-Fräsmaschinen nach zuvor erstellten Konstruktionen und Produktionsprogrammen. Dadurch lassen sich gleichbleibende Maße, eine genaue Positionierung der Bohrungen und die richtige Passform aller Teile gewährleisten.
Nach der Bearbeitung durchlaufen die Bauteile den zuvor beschriebenen mehrschichtigen Lackierprozess oder werden an die Polsterei weitergegeben. Anschließend erfolgt eine detaillierte Sicht- und Qualitätskontrolle.
Nur Bauteile, die den Standard unserer regulären Produktlinie erfüllen, gelangen in die weitere Fertigung. In diesem Stadium werden etwa 20 % der hergestellten Teile wegen optischer Unvollkommenheiten aussortiert, zum Beispiel:
- natürliche Farbunterschiede im Holz;
- Äste oder Unterschiede in der Holzstruktur;
- kleine Fehlstellen oder Unebenheiten der Lackschicht;
- geringfügige Polstermängel;
- andere ästhetische Unvollkommenheiten.
Behält ein Bauteil seine volle Festigkeit und bleibt sicher in der Nutzung, kann es für ein Outlet-Produkt verwendet werden. Teile mit Konstruktionsfehlern oder Schäden, die die Haltbarkeit des Kratzbaums beeinträchtigen könnten, werden nicht weiterverarbeitet.
Die letzte Kontrolle erfolgt unmittelbar vor dem Verpacken. An einem Ort kommen die von den einzelnen Produktionsabteilungen vorbereiteten Komponenten zusammen:
- lackierte und gepolsterte Liegeflächen und Bodenplatten;
- mit Sisalseil umwickelte Säulen;
- Katzenhäuser und Liegeplätze;
- genähte Bezüge, Kissen und Polsterauflagen;
- Montageelemente.
Jedes Teil wird erneut von einem erfahrenen Mitarbeiter angesehen und geprüft. Bei Bedarf werden ausgewählte Bauteile probeweise miteinander verbunden, um sicherzustellen, dass Bohrungen, Befestigungen und Abmessungen korrekt zusammenpassen.
Erst nach dieser abschließenden Prüfung wird der vollständige Satz zum Verpacken freigegeben. Dadurch kontrollieren wir nicht nur die Qualität der einzelnen Teile, sondern auch, ob sämtliche Bauteile eines konkreten Kratzbaums einen richtig aufeinander abgestimmten Satz bilden.
7. Wie kann man die Qualität eines Kratzbaums selbst prüfen?
Viele der wichtigsten Informationen lassen sich bereits vor dem Kauf überprüfen. Man sollte die Produktbeschreibung, die Fotos und die angegebenen Maße genau ansehen und bei fehlenden Angaben den Verkäufer fragen.
Vor dem Kauf sollte besonders geachtet werden auf:
- Durchmesser der Säulen und des Sisalseils;
- Maße von Liegeflächen, Liegeplätzen und Katzenhäusern;
- Material und Dicke von Bodenplatte und Liegeflächen;
- Bauweise der Katzenhäuser;
- Anordnung der einzelnen Ebenen;
- Verfügbarkeit von Ersatzteilen;
- Informationen zur Reinigung der Textilien.
Die Entscheidung sollte nicht allein auf Bezeichnungen wie „stabil“, „für große Katzen“ oder „Maine-Coon-Kratzbaum“ gestützt werden. Entscheidend sind konkrete Maße und technische Angaben.
Was sollte nach Erhalt des Kratzbaums geprüft werden?
Vor der Montage lohnt es sich, alle Bauteile sorgfältig zu kontrollieren.
Geprüft werden sollten:
- Dicke und Qualität der Rohre in den Säulen;
- Art und Stabilität der Säulenbefestigungen;
- Größe der eingesetzten Muttern;
- Genauigkeit der Seilwicklung;
- Qualität der Lackierung oder Polsterung;
- Kanten von Liegeflächen und Bodenplatte;
- Übereinstimmung aller Bauteile mit der Anleitung.
Es dürfen keine sichtbaren Risse, Aufspaltungen, losen Abschlüsse, hervorstehenden Klammern oder beschädigten Verbindungen vorhanden sein.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Säulen sehr dünne Rohre besitzen und sich die darin eingesetzten Kunststoffflansche bewegen, drehen oder seitlich neigen. In einer solchen Situation würde ich überlegen, ob die Montage überhaupt begonnen werden sollte.
Starkes Anziehen der Schrauben kann sichtbares Spiel vorübergehend verringern, repariert jedoch weder ein schwaches Rohr noch ein instabiles Befestigungselement. Bei einem großen oder hohen Kratzbaum kann der Ausfall einer unteren Säule dazu führen, dass sich die gesamte Konstruktion neigt oder umstürzt.
Ein solches Produkt kann daher nicht nur schnell beschädigt werden, sondern auch eine Gefahr für die Katze und für Personen in der Nähe darstellen. Wecken die Konstruktionselemente bereits vor der Montage ernsthafte Zweifel, ist es sinnvoller, den Verkäufer zu kontaktieren und eine Rückgabe zu erwägen.
Nach der Montage sollte der Kratzbaum gleichmäßig stehen und alle Bauteile müssen fest verschraubt sein. Liegeflächen und Säulen dürfen sich nicht unabhängig vom Rest der Konstruktion bewegen.
Wackelt der Kratzbaum trotz korrekter Montage deutlich, hebt sich die Bodenplatte auf einer Seite an oder besitzt ein Bauteil sichtbares Spiel, sollte die Katze ihn nicht benutzen. Zunächst sollte die Montage erneut geprüft und, falls das Problem bestehen bleibt, der Verkäufer kontaktiert werden.
Kratzbaum regelmäßig nachziehen
Bei der Montage sollten sämtliche Bauteile mit hoher Kraft angezogen werden. Katzen laufen, springen und stoßen sich von der Konstruktion ab, deshalb können sich einzelne Verbindungen während der Nutzung mit der Zeit geringfügig lockern.
Die Stabilität des Kratzbaums sollte regelmäßig kontrolliert werden. Bei Bedarf sind alle Säulen und Schrauben erneut festzuziehen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die unteren Konstruktionselemente, die die größten Belastungen aufnehmen.
Bei unseren Kratzbäumen können alle Säulen und Innensechskantschrauben mit sehr hoher Kraft angezogen werden. Bei Bedarf lässt sich eine Verlängerung für den Inbusschlüssel oder ein geeignetes Elektrowerkzeug verwenden.
Die von uns eingesetzten gehärteten Innensechskantschrauben, M10-Muttern und übrigen Befestigungselemente sind für sehr hohe Belastungen ausgelegt. Auf diese Verbindungen gewähren wir eine lebenslange Garantie.
Bei der Montage muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Schraube gerade in die Mutter eingeführt wird. Wird sie schräg angesetzt, kann das Gewinde beschädigt werden.
8. Ersatzteile, Service und Aufarbeitung
Ein guter Kratzbaum sollte kein Wegwerfprodukt sein. Vor dem Kauf lohnt es sich zu prüfen, ob verschlissene Teile nach einigen Jahren ausgetauscht, einzelne Komponenten aufgearbeitet oder Serviceleistungen des Herstellers genutzt werden können.
Für unsere Kratzbäume bieten wir unter anderem:
- Säulen und Montageelemente;
- Liegeflächen, Liegeplätze und weitere Konstruktionsteile;
- Bezüge, Kissen und Polsterauflagen;
- vollständige, auf einzelne Modelle abgestimmte Textilsätze;
- Aufarbeitungsleistungen für ausgewählte Bauteile.
Bei Kratzbäumen aus lackiertem Sperrholz können Bezüge, Kissen und Polsterauflagen jederzeit abgenommen und durch neue ersetzt werden. Für einzelne Modelle sind fertige Textilsätze erhältlich, mit denen sich das Erscheinungsbild des gesamten Kratzbaums leicht auffrischen lässt.
Auch dauerhaft gepolsterte Bauteile werden von uns aufgearbeitet. Ist der Stoff nach vielen Jahren verschlissen oder möchte der Kunde die Farbe ändern, können Liegeflächen, Bodenplatten und andere Teile neu gepolstert werden.
Auch Bauteile aus Sperrholz können erneut lackiert werden. So lassen sich Oberflächen auffrischen, auf denen nach langer Nutzung Kratzer, Scheuerstellen oder andere Gebrauchsspuren entstanden sind.
Zusätzlich bieten wir das erneute Umwickeln der Säulen mit Sisalseil an. Kunden schicken uns Säulen, die sechs, sieben oder mehr Jahre genutzt wurden. Sie erhalten neues Seil und können anschließend weiterverwendet werden.
Ein Bauteil muss nicht vollständig zerstört sein. Es kann seine volle Festigkeit behalten, obwohl seine Oberfläche nicht mehr ansprechend aussieht. Durch eine Aufarbeitung lässt sich das Erscheinungsbild wiederherstellen, ohne den gesamten Kratzbaum ersetzen zu müssen.
Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Serviceleistungen ist besonders bei großen, soliden Konstruktionen wichtig. Bleibt der Kratzbaum stabil, ist es deutlich sinnvoller, einzelne Bauteile auszutauschen oder aufzuarbeiten, als das gesamte Produkt nach einigen Jahren zu entsorgen.
9. Zusammenfassung - woran erkennt man wirklich einen guten Kratzbaum?
Ein guter Kratzbaum lässt sich nicht anhand eines einzigen Parameters beurteilen. Dicke Säulen, große Höhe oder attraktive Fotos reichen nicht aus, wenn die übrigen Bauteile schwach gefertigt oder ungünstig angeordnet wurden.
Vor dem Kauf sollte insbesondere geprüft werden:
- Durchmesser und Qualität des Sisalseils;
- Genauigkeit der Wicklung;
- Dicke und Qualität der Rohre;
- Aufbau der Säulenenden;
- Verwendung von M10-Muttern in großen Konstruktionen;
- Steifigkeit von Bodenplatte und Liegeflächen;
- Anordnung der Säulen und Lage des Schwerpunkts;
- Qualität der Lackierung und Polsterung;
- Anpassung von Liegeflächen, Liegeplätzen, Katzenhäusern und Säulenlängen an die Größe der Katze;
- Fertigungsgenauigkeit und Qualitätskontrolle;
- Möglichkeit zur Reinigung und zum Waschen der Textilelemente;
- Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Reparaturen und Service.
Nicht jede Katze benötigt dieselbe Konstruktion. Eine kleinere Sphynx oder Russisch Blau hat andere Bedürfnisse als eine große Norwegische Waldkatze oder Maine Coon. Die Abmessungen von Liegeflächen, Liegeplätzen, Katzenhäusern und Säulen sollten daher an die tatsächliche Größe, das Gewicht und die Beweglichkeit des Tieres angepasst sein.
Ein guter Kratzbaum sollte stabil, sicher, bequem für die Katze und auch nach vielen Jahren reparierbar sein. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf Aussehen und Preis zu achten, sondern vor allem auf Materialien, Konstruktion und konkrete Angaben des Herstellers.